Die beliebtesten drei Fragen, die mir als Jungsmama oft gestellt werden

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Eine Jungsmama… bin ich wirklich gern und kann mir das Leben ohne meinen beiden Jungs nicht vorstellen! Doch bereits seit der Schwangerschaft, um genauer zu sagen seit dem Tag als das Geschlecht unseres zweiten Kindes bekannt wurde, werde ich immer wieder mit der Frage konfrontiert: „Ach, schon wieder ein Junge? Ihr wolltet doch bestimmt ein Mädchen?“ Ähm… nein, wirklich nicht! Uns war es vollkommen egal, ob es ein Mädchen oder ein Junge wird und wir sind endlos glücklich, einfach nur zwei gesunde Kinder zu haben.

Schubladendenken… oder auch ein Raster, eine bestimmte Erwartungshaltung, die durch Vorurteile geprägt ist. Beim ersten Kind waren es die vielen „gut“ gemeinten Erziehungstipps, mit denen ich damals als 23-Jährige junge Mutter überschüttet wurde. Bei dem Zweiten dagegen sind es die bestimmten Verhaltensmustern (Schubladen), die von einem erwartet werden und in die man gern schon vorab gesteckt wird. Und das ohne uns vorher näher kennengelernt zu haben, basierend allein auf der Tatsache, dass man eine frisch gebackene Mutter von zwei Jungs ist._MG_8287col

Tatsächlich ist die Frage nach dem gewünschten Geschlecht die Beliebteste.
Hast du zwei Jungs, dann wolltest du bestimmt doch ein Mädchen haben. Hast du zwei Mädchen, dann wurde doch sicherlich ein Junge gewünscht. Nein, wirklich nicht. Und man ist glücklich so wie es ist. Aber diese Antwort wird dir die fragende Person auch nicht abkaufen, denn das passt nicht in deren Schubladendenken.

Die andere beliebte Frage ist: „Der Kleine hält euch jetzt ordentlich auf Trapp oder?“
Und auch hier wird es nicht gerade erwartet, dass man sagt, man hätte ein total entspanntes und zufriedenes Baby, welches wenig schreit. Man muss sich beinahe dafür rechtfertigen. Natürlich schreien Babys auch mal, aber das ist was vollkommen Normales und man liebt sein Kind deswegen nicht weniger. Aber warum wird es von vorn herein davon ausgegangen, dass ein Baby „ja soooo anstrengend“ sein soll? Immerhin ist es alles eine Ansichtssache und hat was mit der persönliches Belastungsgrenze der Eltern zu tun: dem einen mag das Baby anstrengend erscheinen, dem anderen vielleicht als vollkommen normal oder sogar als friedlich. Jeder nimmt es anders wahr und auch jedes Baby hat von Anfang an seine eigene Persönlichkeit. Man sollte nicht alle über einen Kamm scheren._MG_8280col
Die dritte Frage, die uns oft gestellt wird, bezieht sich auf die Geschwisterkinder:
„Und wie findet der Große es einen kleinen Bruder zu haben? Er ist doch bestimmt eifersüchtig?“
Und auch hier wird es es nicht damit gerechnet, dass unser Großer seinen kleinen Bruder über alles liebt und null eifersüchtig ist. Mit seinen fünf Jahren versteht er schon sehr viel, nimmt Rücksicht auf das Baby und könnte ihn den ganzen Tag nur betüddeln. Doch diese Antwort ist zu positiv und man muss mit den weiteren Aussagen wie diesen rechnen: „Ach das wird sich bestimmt ändern, wenn der Kleine zu krabbeln anfängt und dem Großen sein Spielzeug wegnimmt.“ oder auch „Naja, wenn das eine Kind lieb ist, wird der andere bestimmt ein Rabauke.“

Da bleibt mir nur eins übrig: Zu schmunzeln, innerlich die Augen zu rollen und die Frage nach dem „WARUM?“ Warum können so viele Menschen nicht mit einer positiven Reaktion umgehen? Warum muss man sich dafür rechtfertigen, wirklich glücklich als reine Jungs- (oder Mädchenmama) zu sein? Wird es einem nicht gegönnt zwei zufriedene Kinder zu haben? Muss einer davon immer ein Rabauke sein? Warum nehmen sich einige das Recht über andere zu urteilen? Ist es so schwierig den Menschen unvoreingenommen zu begegnen ohne ihn vorher in eine der Schubladen zu stecken? Fragen, die wohl offen bleiben…

Wie war es bei euch? Welche skurrilen Fragen wurden euch gestellt als ihr Eltern wurdet?

Liebste Grüße,

eure Julia

 

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5 Comments
  • Sophie
    Oktober 21, 2017

    Liebe Julia,

    zuerst einmal gefallen mir die Fotos auf deinem Blog alle total!
    So eine freundliche, helle Stimmung. <3

    Zudem finde ich deine Ansicht zu diesen Fragen im Post klasse – wieso sollte alles genau so sein, wie bei anderen und wieso muss alles immer kritisiert sein? Solange die Familie selbst glücklich zusammen ist und alle gesund sind, ist doch alles in bester Ordnung. :-)

    Liebe Grüße
    Sophie

  • Britta von FrauWundersam
    Oktober 19, 2017

    Sehr schöner Post. Ich habe einen fast Dreijährigen und in 5 Wochen kommt unser zweites Baby.
    Beim Lesen habe ich mich genau in deiner Beschreibung wiedergefunden mit der Belastung und Anstrengung. Mein Kleiner ist einfach so entspannt und ausgeglichen, dass ich es selbst manchmal nicht glauben kann. Gerade in Gesprächen mit anderen Mamas sage ich oft bewusst nichts zu den angesprochenen Themen. Warum? Weil ich mir schlecht vorkomme weil ich diese Probleme alle nicht kenne. Ist das nicht verrückt? Ich bin so dankbar und glücklich und gleichzeitig darf man das fast nicht laut sagen weil alles so super doch gar nicht laufen kann…
    Schön, dass du das Thema aufgegriffen hast. War interessant deine Sicht zu lesen und tut gut, dass du auch oft innerlich die Augen rollst.
    Und das mit der Eifersucht wird bestimmt auch so wie bei euch 😍 Mir werden da schon von allen Seiten Horrorstories erzählt. Aber hat man dann nicht gerade deswegen diese negative Erwartungshaltung die sich dann auch bestätigt –> Self fullfilling prophecy?
    Vielen Dank für den schönen Post, alles Liebe Britta

  • Doreen Danzer
    Oktober 16, 2017

    Hallo. Ich bin jetzt 32, habe 3 Kinder. Meine Mädels sind 9 und 4 Jahre und mein Sohn 7 Jahre alt. Wir haben als auch relativ kurze Abstände. Die beiden großen waren 24h-Babys! Wir passten unser Leben an unsere Babys an und nicht umgekehrt! Ich stillte nach Bedarf, trug sie Tragetuch und sie schliefen das 1. Lebensjahr ausschließlich im elternbett! Geschwisterneid gab es nie (heute dafür mehr gezicke)!
    Bei uns in der ehemaligen DDR war das damals auch noch alles anders. Meine Oma war da Säuglingsschwester, Fürsorgerin und später Mutterberaterin. Meine eigene Mutter war Krippenerzieherin. Beide haben uns das Leben nicht leicht gemacht und es gab viel Krach! Ich wollte mir auch nicht reinreden lassen! Ich handelt nach meinem Gefühl und es war richtig!
    Sehr oft wurde ich schief angeschaut, wenn ich sagte, dass wir glücklich und zufrieden sind!
    Bei uns kam auch sehr oft die Frage: „Schläft es denn schon durch?“ Nein! Aber das macht auch nichts! Ich bin zufrieden damit und wir bekommen alle genügend Schlaf!
    Mein Mann war mir da auch eine sehr große Stütze und stand 1000% hinter allem.
    „Du wirst schon sehen was du davon hast!“ wurde mir ziemlich wütend an den Kopf geknallt, als ich wieder einmal mein brüllendes Baby zum Stillen anlegte und es dann mir mit Tuch umband!
    Und ich sehe was ich habe! Drei wunderbare Kinder, selbstbewusst, stark, klug, liebevoll, verschmust, einfühlsam….
    Ach ja, mit dem 3. Kind hörte zumindest in der Familie das Gerede auf!
    Liebe Grüße

  • Rebecca
    Oktober 11, 2017

    Wir haben zwei Töchter mit einem Altersabstand von 6,5 Jahren….
    Die Große ist jetzt 14-als sich die „Kleine“ ankündigte kam: ohhhh Gott-da fängst du nochmal von vorne an….So ein Abstand….und es ist toll so wie es ist. Es gibt die Dauernörgler-du kannst es niemandem Recht machen-zum Glück nur Dir – mit den Jahren schalte ich auf Durchzug.Ich habe mir immer zwei Töchter gewünscht-jeder Junge wäre ebenso erwünscht gewesen.So what….wer liebt hat Recht.

  • Meeries
    Oktober 11, 2017

    Wir haben 3 Kinder: eine 5jährige Tochter, einen 3jährigen Sohn und einen fast 1jährigen Sohn.
    Die Fragen zum Thema „anstrengend“ und „Eifersucht“ kennen wir auch nur zu gut und in der Tat: auch wir hatten nie Probleme damit! Weder mit der Großen, noch mit dem Mittleren, das jeweilige neue Geschwisterkind wurde immer sofort problemlos akzeptiert und geliebt. Natürlich lässt der „Welpenbonus“ irgendwann nach, aber auch das ist normal und alle beteiligten lernen auf neue Art und Weise damit umzugehen, so dass das Verhältnis unserer Kinder untereinander nicht besser sein könnte!

    Die wohl bescheuertsten Fragen/Aussagen, die wir oft gestellt bekamen und immernoch bekommen sind: „Oh, die sind aber dicht aufeinander!“ (vom Alter her, besonders zwischen den beiden Großen wurden wir das ständig gefragt!) und die in meinen Augen dreisteste Frage, als ich mit Nr. 3 Schwanger war: „War das Kind geplant oder ein Unfall?“… da bin ich mit meiner Antwort jedes Mal an der Grenze zur Aggressivität, denn ich wollte schon immer 3 Kinder und nur weil es nicht in das heutige Bild einer Durchschnittsfamilie passt lasse ich mich doch nicht in meiner Familienplanung einschränken! Zudem ich es wirklich dreist finde, so eine Frage zu stellen…

    Ach ja und dann natürlich die Standardfrage: „Da ist dann aber sicher oft Deine Mutter da und hilft mit, oder?“ Ähhh… nein, denn wenn ich nicht in der Lage wäre meine Kinder selbst zu versorgen, dann hätte ich nicht so viele! Wir sehen unsere Eltern regelmäßig, aber eben um sie zu sehen und in entspanntem Rahmen, der nicht mit „Einspannen“ gefüllt ist!

    Ich mache also das selbe wie Du: innerlich mit den Augen rollen, tief durchatmen und mein Familienglück in vollen Zügen genießen!

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